Kreditvergleichsrechner
Vergleiche bis zu drei Kredite nebeneinander: monatliche Rate, Gesamtzinsen und Gesamtkosten.
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Sich zwischen Kreditangeboten zu entscheiden ist selten so einfach, wie einfach den niedrigsten beworbenen Nominalzins zu wählen. Zwei Kredite mit identischem Nominalzins, aber unterschiedlichen Laufzeiten, Gebühren oder Zinsperioden können ganz unterschiedliche tatsächliche Kosten haben. Der effektive Jahreszins (in der EU der effektive Jahreszins, im englischsprachigen Raum APR) wurde genau dafür erfunden, diese Komplexität abzubilden: Er drückt die Gesamtkosten des Kredits, Zinsen plus verpflichtende Gebühren, als einen einzigen jährlichen Prozentsatz aus und ermöglicht so faire Vergleiche über Produkte und Kreditgeber hinweg. Den Unterschied zwischen einem Nominalzins und dem effektiven Jahreszins zu verstehen, ist eines der wichtigsten Konzepte der Finanzbildung für jeden Kreditnehmer, egal ob du Autokredite, Privatkredite oder Hypotheken vergleichst.
Häufig gestellte Fragen
Werden meine Daten an einen Server gesendet?
Welche Formel wird verwendet?
Wann sollte ich einen Kreditvergleichsrechner verwenden?
Was ist der Unterschied zwischen dem Zinssatz und dem effektiven Jahreszins?
Was ist eine Einschränkung dieses Tools?
Wie interpretiere ich den Wert der 'Gesamtzinsen'?
Ich bin neu bei der Kreditaufnahme, was sollte ich wissen?
Kann ich diesen Rechner für Hypothekenvergleiche nutzen?
Was ist ein häufiger Fehler bei der Kreditaufnahme?
Verarbeitet der Rechner verschiedene Währungen?
Über Kreditvergleichsrechner
Dieser Rechner ist am nützlichsten, wenn du zwei oder drei konkrete Kreditangebote erhalten hast und dich zwischen ihnen entscheiden musst. Häufige Szenarien sind der Vergleich eines Bankkredits mit dem Angebot einer Kreditgenossenschaft, die Bewertung, ob ein niedrigerer Zinssatz bei längerer Laufzeit tatsächlich Geld spart im Vergleich zu einem höheren Zinssatz bei kürzerer Laufzeit, oder die Einschätzung, ob sich eine vorab gezahlte Bearbeitungsgebühr im Gegenzug für einen reduzierten Zinssatz über die Kreditlaufzeit lohnt. Du kannst ihn auch nutzen, um zu verstehen, wie sich schon ein kleiner Unterschied im effektiven Jahreszins über mehrjährige Kredite zu einem erheblichen Kostenunterschied aufsummiert.
Alle Berechnungen laufen lokal in deinem Browser, es werden niemals persönliche oder finanzielle Daten an einen Server übertragen. Gib für jeden Kredit den Kreditbetrag, den jährlichen Zinssatz, die Laufzeit und etwaige einmalige Gebühren ein. Das Tool wendet die Standardformel für die Tilgung bei fester Rate an, PMT = P × r / (1 − (1 + r)^−n), wobei r der Monatszins und n die Anzahl der monatlichen Raten ist. Einmalige Gebühren werden zu den Gesamtkosten hinzugerechnet, um einen fairen Vergleich mit allem Drum und Dran zu ermöglichen. Die angezeigte monatliche Rate enthält die Gebühr nicht; der Gesamtkostenwert dagegen schon.
Achte beim Lesen der Ergebnisse genau auf die Gesamtkosten und nicht nur auf die monatliche Rate. Eine niedrigere monatliche Rate bedeutet fast immer eine längere Laufzeit oder einen niedrigeren Zinssatz, kann aber wesentlich höhere Kosten über die gesamte Laufzeit verschleiern. Beachte außerdem, dass dieses Tool von festen Zinssätzen über die gesamte Kreditlaufzeit ausgeht; führe bei Krediten mit variablem Zins als Belastungstest mehrere Vergleiche mit unterschiedlichen Zinsszenarien durch. Diese Ergebnisse dienen nur zu Informationszwecken; ziehe einen zertifizierten Finanzberater oder eine Schuldnerberatung zurate, bevor du einen Kreditvertrag unterschreibst.
Kredit, effektiver Jahreszins und der lange Kampf um transparente Kreditvergabe
Das Konzept der Regulierung von Verbraucherkrediten ist erstaunlich modern. Über den größten Teil der überlieferten Geschichte hinweg konnten Kreditgeber frei jene Zinssätze verlangen, die der Markt oder die Verzweiflung hergaben. Wuchergesetze existierten in vielen Kulturen, darunter im antiken Rom und im mittelalterlichen Europa, wurden aber häufig durch kreative Vertragsgestaltungen umgangen. Die Vorstellung, dass ein Kreditnehmer eine einzige, standardisierte, rechtlich durchsetzbare Angabe der tatsächlichen Jahreskosten seines Kredits erhalten sollte, wurde in den Vereinigten Staaten erst mit dem Truth in Lending Act von 1968 Gesetz, der die Offenlegung des effektiven Jahreszinses als Voraussetzung für die Vergabe von Verbraucherkrediten vorschrieb.
Die Europäische Union folgte mit der Verbraucherkreditrichtlinie, die erstmals 1987 verabschiedet und 2008 grundlegend überarbeitet wurde und von allen Kreditgebern in der EU verlangt, bei jedem Verbraucherkreditvertrag einen standardisierten effektiven Jahreszins auszuweisen. Die Berechnungsmethodik ist über die Mitgliedstaaten hinweg harmonisiert, was bedeutet, dass ein Verbraucher zumindest theoretisch einen Kredit einer Bank in Portugal mit dem eines Kreditgebers in Deutschland auf gleicher Grundlage vergleichen kann. In der Praxis sorgen Unterschiede bei nationalen Gebührenstrukturen und Versicherungspflichten weiterhin für Komplexität, doch der Rahmen des effektiven Jahreszinses stellt einen großen Schritt hin zu finanzieller Transparenz dar.
Der Begriff "Gesamtkosten des Kredits", die Summe aller über die Laufzeit eines Kredits geleisteten Zahlungen abzüglich des ursprünglich geliehenen Betrags, ist heute in vielen Rechtsordnungen eine vorgeschriebene Angabe, gerade weil die Forschung durchgängig zeigt, dass Verbraucher bessere Kreditentscheidungen treffen, wenn sie eine einzige Zahl für die "Gesamtrückzahlung" sehen statt nur eine monatliche Rate und einen Zinssatz. Verhaltensökonomen nennen das "Salienz": die tatsächlichen Kosten im Moment der Entscheidung sichtbar zu machen, führt zu messbar besseren Ergebnissen, darunter weniger Überschuldung und weniger Zahlungsausfälle.